Wie jedes Jahr hat die Schufa jetzt ihren SCHUFA Kredit-Kompass 2014 veröffentlicht. Themen sind die private Kreditaufnahme in Deutschland mit repräsentativen Auswertungen von Trends, Entwicklungen von Zahlungsstörungen sowie Risiken der privaten Kreditaufnahme. Während sich der Schufa Kredit-Kompass letztes Jahr, noch auf die Generation 60+ konzentrierte, steht dieses Jahr besonders im Fokus das Konsum- und Finanzverhalten der 24- bis 45-jährigen, von der Schufa „Generation Rush hour“ genannt. In dieser Lebensphase werden wichtige Entscheidungen der Lebensplanung getroffen und es muss sich mit Themen wie Familienplanung, Karriere, Altersvorsorge und Immobilienkauf beschäftigt werden. Diese Gruppe hat daher einen traditionell hohen Finanzbedarf und hat verhältnismäßig mit den größten Anteil an Kreditnehmern. Die Informationen der Schufa werden auch von P2P-Kreditmarktplätzen wie Lendico oder Auxmoney verwendet.

Gute Rückzahlungsquote, leicht anwachsendes Volumen:

Wie auch 2012 war die Rückzahlungsquote für privat aufgenommen Kredite 2013 mit 97,5% sehr positiv und äußert stabil. Besonders ältere Kreditnehmer über 54 Jahre wiesen eine sehr geringe Ausfallquote von unter 2 Prozent auf. Die höchste Ausfallrate hatte mit 3,6 Prozent die Gruppe der 18 und 19-jährigen. Die Zahl der neu aufgenommenen Ratenkredite stieg leicht im Vergleich zum Vorjahr um 40.000 auf 7,7 Millionen neu aufgenommene Kredite.

Quelle: SCHUFA Kredit Kompass 2014

Quelle: SCHUFA Kredit Kompass 2014

Im Vergleich dazu stieg die Zahl der Kreditanfragen um 3,8%, was wie schon in 2012 ein erneutes, starkes Wachstum bedeutet. Insgesamt 20,2 Millionen Anfragen stellten Banken an die Schufa, zur Ermittlung der Kreditwürdigkeit von Kreditnehmern. Es zeigt sich der Trend, dass Verbraucher heutzutage eher dazu neigen, verschiedene Kreditangebote miteinander zu vergleichen, bevor eine bindende Entscheidung getroffen wird.

Während 2003 jeder Kreditnehmer im Durchschnitt 1,5 Kreditanfragen stellte, waren es 2007 1,8 Kreditanfragen und 2013 bereits 2 Kreditanfragen. Dies hängt sicherlich auch mit dem Aufkommen von Online-Vergleichsportalen zusammen, die einen schnellen und unkomplizierten Vergleich von Kreditkonditionen ermöglicht.

Quelle: Schufa Kredit-Kompass 2014

Quelle: Schufa Kredit-Kompass 2014

 

Die Zahl der laufenden Ratenkredite belief sich Ende 2013 auf 17,7 Millionen, während es im Jahr zuvor noch 17,4 Millionen waren. Laut SCHUFA verläuft die Entwicklung dabei aber je nach Altersgruppe sehr unterschiedlich. Besonders die Generation „Rush Hour“, also die 25- bis 45-jährigen, nahm einen großen Teil der Kredite auf.

Die durchschnittliche Kredithöhe stieg von 7.708 Euro in 2012 auf 7.996 Euro in 2013. Dies bedeutet einen Wachstumsrate von 3,7%. Besonders ältere Kreditnehmer nahmen in der Regel höhere Kreditsummen auf. Die 40 bis 54-jährigen weisen dabei die höchsten durchschnittlichen Kreditverpflichtungen auf. Trotzdem sind rund 30 Prozent aller vergebenen Kredite Kleinkredite von bis zu 1.000. Auf der anderen Seite wiederum stehen mit knapp unter 30 Prozent Kredite von über 10.000 Euro. Parallel dazu stieg auch die durchschnittliche Restschuld von 9.190 Euro auf 9.252. Dies korreliert auch mit dem leichten Anstieg der neuen Kreditaufnahmen.

Die Kreditlaufzeiten sind rückläufig, wobei besonders jüngere Kreditnehmer kurzfristigere Verpflichtungen eingehen. Neben der hohen Rückzahlungsquote von 97,5 Prozent liegen bei 90,8 Prozent der Deutschen nur positive Schufa-Informationen vor.

Dazu gehören (positive) Angaben zu laufenden Forderungen, Daten zur Eröffnung von Girokonten, Kreditkarten und/oder Mobilfunkverträgen. Verbraucher die sich nicht vertragsgerecht verhalten, müssen mit Negativmerkmalen in ihrer Schufa-Akte rechnen. Die Schufa unterscheidet grundsätzlich zwischen „weichen“ und „harten“ Negativmerkmalen. „Weiche“ Negativmerkmale werden bei Nichterfüllung fälliger Forderungen registriert, während „harte“ Negativmerkmale härteren Fällen wie Haftbefehlen oder Insolvenzen vorbehalten sind.

Nach Schufa Privatverschuldungsindex ist die Überschuldungsgefahr in Deutschland leicht rückläufig. Im Jahr 2013 verbesserte sich der sogenannte PVI um 1,8 Prozent auf 1.083 Punkte. Dieses Jahr erwartet die Schufa einen weiteren Rückgang um 3,32 Prozent. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen verringerte sich 2013 um 6,6 Prozent, was einem absoluten Rückgang von -6.651 Fällen entspricht.

Generation „Rush Hour

Personen zwischen 25 und 49 Jahren sind im Allgemeinen wirtschaftlich sehr aktiv. Die „Generation Rush Hour“ startet häufig grade erst ins Berufs- und Familienleben. Damit sind häufig auch größere Anschaffungen wie eine neue Küche, ein Auto oder sogar eine Immobilie verbunden. 26 Prozent der Deutschen gehören zu dieser Altersgruppe.

Durch steigende Lebenserwartung und die gestiegene durchschnittliche Dauer, die Menschen heutzutage im Bildungssystem verbringen, hat sich die Zeit zwischen Berufsanfang und Lebensmitte verkürzt. In der Zeit zwischen 25 und 45 Jahren werden besonders wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Besonders Dinge wie Stress, hohes Belastungsniveau und eine unsichere ökonomische Situation stellen besondere Anforderungen an diese Personengruppe. Auch Akademiker sind erhöhten Belastungen ausgesetzt. Sie müssen neben dem Studium meist noch arbeiten und Studiengebühren bezahlen. Ratenkredite sind dabei ein häufiges Mittel zur Finanzierung.

Eine wichtige Rolle, spielen dabei auch die zunehmende Anzahl an Finanzierungsmöglichkeiten für Dienstleistungen und Waren. Gute Beispiel dafür sind 0%-Finanzierungen im Bereich Unterhaltungselektronik oder Möbel. Mehr und mehr Verbraucher entscheiden sich für eine Bezahlung auf Raten. Neben dem klassischen Kredit für den Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens, werden vor allem Einrichtungsgegenstände und Unterhaltungselektronik mit den Krediten finanziert.

Anders als bei vorherigen Generationen, nimmt auch das Internet bei der Bewertung von Finanzprodukten einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Nicht nur Dinge wie Bücher oder Schuhe werden rege über das Internet bestellt, auch informiert sich die jüngere Generation wesentlich häufiger über Finanzprodukte und setzt dabei immer häufiger auf Erfahrungsberichte anderer Kunden. Das Internet hat dabei den Erfahrungsaustausch so einfach gemacht wie es nur geht. Nicht verwunderlich, so sind bereits viele Digital Natives mittlerweile Erwachsen geworden.

Doch bedeuten eine verhältnismäßig hohe Kreditaufnahme und der erhöhte Konsum auch, dass die neue Generation schlechte mit Geld umgehen kann?

Guter Umgang mit Geld

Laut Schufa gibt es dafür keine Anhaltspunkte. Rund die Hälfte der 25- bis 45-jährigen würde einen Kredit nur bei finanziellen Schwierigkeiten aufnehmen. Rund 75 Prozent aller Befragten mussten sich noch nie mit einem Kredit aus der einer finanziellen Notlage retten. Auch ist das Sparen für 77 Prozent immer noch ein wichtiges Thema. Dies spiegelt sich auch im Anlageverhalten der Altersgruppe wider. In der Regel werden größere Risiken mit hoher Rendite, zugunsten niedriger Risiken und niedriger Renditen vermieden. 55 Prozent bezeichnet sich selbst als „vorsichtig“ beim Thema Sparen.

Quelle: SCHUFA Kredit-Kompass

Quelle: SCHUFA Kredit-Kompass

Auch wenn die jüngere Generation eher bereit ist einen Kredit für Konsum aufzunehmen, so zeichnet sie sich doch durch hohe Flexibilität, gute Rückzahlungsmoral und guten Umgang mit Geld aus. Anzumerken ist jedoch, dass die Altersgruppe der 25 bis 45-jährigen nicht uniform ist, sich einzelne Lebenswege als durchaus sehr unterscheiden können. Einige Punkte haben Junge und Alte jedoch gemeinsam: Die Angst vor Alterarmut und die Herausforderung, Karriere und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

 

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